Viele Hausbesitzer stehen irgendwann vor der Frage, ob sie ihr Flachdach eigenhändig abdichten können oder besser einen Fachbetrieb beauftragen sollten. Die Idee ist verlockend: Wer die Arbeit selbst übernimmt, spart auf den ersten Blick Kosten und hat die volle Kontrolle. Doch wie realistisch ist das? Und vor allem: Kann man ein Flachdach wirklich selbst abdichten, ohne Risiken einzugehen?

Dieser Artikel beleuchtet Chancen und Grenzen der Eigenleistung, zeigt Schritt für Schritt, wie eine Abdichtung funktioniert, und erklärt, wann es besser ist, einen Profi einzuschalten.
Flachdach abdichten selbst – Chancen & Risiken
Ein Flachdach selbst abzudichten, klingt einfacher, als es ist. Auf der einen Seite bietet es Vorteile:
Chancen:
- Einsparung von Handwerkerkosten
- Flexible Zeitplanung
- Eigenes Erfolgserlebnis
Doch es gibt auch Risiken, die nicht unterschätzt werden sollten:
Risiken:
- Unsachgemäße Ausführung führt schnell zu Undichtigkeiten
- Falsche Materialwahl kann die Lebensdauer drastisch verkürzen
- Sicherheitsrisiken beim Arbeiten in der Höhe
- Im Schadensfall entfallen oft Gewährleistungen und Versicherungsleistungen
Fazit: Eigenleistung ist möglich, aber nicht immer die beste Wahl.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für Heimwerker
Wer sich entscheidet, ein Flachdach selbst abzudichten, sollte strukturiert und sorgfältig vorgehen.
1. Vorbereitung & Reinigung der Dachfläche
Bevor überhaupt Material verarbeitet wird, muss die Dachfläche gründlich gereinigt werden. Laub, Schmutz, alte Abdichtungsreste und lose Teile dürfen nicht zurückbleiben. Eine saubere Basis ist entscheidend für die Haftung der neuen Schicht.
2. Materialauswahl
Je nach Budget und Erfahrung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:
- Bitumenbahnen: klassisch, robust, aber schwer zu verarbeiten (Erhitzen erforderlich).
- Kunststofffolien: leichter zu handhaben, dennoch Fachwissen nötig.
- Flüssigkunststoff: für Heimwerker oft am geeignetsten, da er direkt aufgetragen wird und nahtlos aushärtet.
3. Abdichtung fachgerecht auftragen
- Bei Bitumen: Bahnen sorgfältig erhitzen und überlappend verschweißen.
- Bei Folie: Große Bahnen ausrollen, fixieren und Nähte abdichten.
- Bei Flüssigkunststoff: Mit Rollen oder Pinseln gleichmäßig auftragen, Anschlüsse besonders sorgfältig behandeln.
Typische Fehler beim Selbermachen
Viele Heimwerker machen ähnliche Fehler, die sich später rächen:
- Unzureichende Versiegelung an Anschlüssen: Rohre, Kamine oder Dachränder sind besonders anfällig.
- Falsches Material für den Dachaufbau: Nicht jedes Material passt zu jeder Unterkonstruktion.
- Zu dünne Schicht: Wer beim Auftragen spart, riskiert schnell Lecks.
- Arbeiten bei falschem Wetter: Starke Hitze, Regen oder Frost beeinträchtigen das Ergebnis.
Wann besser ein Profi ran sollte
Es gibt Situationen, in denen Heimwerker lieber die Finger vom Dach lassen sollten:
- Große Dachflächen über 30 m²
- Dächer mit starker Beschädigung oder undichtem Unterbau
- Alte Flachdächer, bei denen mehrere Schichten erneuert werden müssen
- Geplante Dachnutzung (z. B. Begrünung, Photovoltaik) – hier ist Fachwissen unverzichtbar
Ein Fachbetrieb bringt nicht nur Erfahrung mit, sondern kann auch Garantien auf die Arbeit geben. Langfristig ist das oft die günstigere Lösung.
Tipps für Heimwerker, die es trotzdem wagen
- Immer auf Sicherheitsausrüstung achten (Leiter, Geländer, Schutzkleidung).
- Genügend Zeit einplanen – Abdichtung ist keine Arbeit für zwischendurch.
- Nur hochwertige Materialien kaufen, die zur vorhandenen Dachkonstruktion passen.
- Nach getaner Arbeit regelmäßig Kontrollen durchführen, um mögliche Schwachstellen sofort zu beheben.
Sicher abdichten mit System
Das Flachdach abdichten selbst ist machbar, aber mit Risiken verbunden. Während kleinere Reparaturen durchaus in Eigenleistung gelingen können, sollte bei großen oder komplexen Projekten ein Fachbetrieb eingeschaltet werden.
Wer sorgfältig plant, das richtige Material wählt und Schritt für Schritt vorgeht, kann jedoch auch als Heimwerker ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen. Entscheidend ist, sich der Grenzen bewusst zu sein und im Zweifel professionelle Unterstützung zu suchen. Denn nur eine dauerhaft dichte Abdichtung schützt Haus und Bewohner zuverlässig – und sorgt für viele Jahre sorgenfreie Nutzung des Flachdachs.